Mein Mann
Ursachenforschung die Erste

Also wenn ich den Grund für das Verhalten meines Mannes kennen würde, so hätte ich vielleicht eine Lösung um es zu ändern. So aber kann ich hier nur erzählen, es immer wieder lesen, eure Meinungen dazu anhören und mir Gedanken dazu machen.

So kam hier auch die Frage auf, ob es schon immer so war. Darüber habe ich lange nachgedacht.

Die Unfreundlichkeit war früher nicht da. Er war eigentlich immer ein liebenswerter und auch freundlicher Mensch. Dieses Verhalten verschlimmert sich zusehens.

Wogegen die Unselbständigkeit auch früher schon vorhanden war. Ich habe es allerdings nicht bemerkt, da ich sehr jung war als ich meinen Mann kennenlernte und selbst noch viel unselbständiger war als er.

Ich war gerade 18 Jahre alt, als wir uns kennenlernten. Zu Hause bin ich immer verwöhnt worden. Ich brauchte weder kochen, noch bügeln oder sonstwas im Haushalt tun. Ich war ein richtiges Mamakind.

Mein Mann war damals bereits 28 Jahre, hatte eine eigene Wohnung, ein Auto, war zu dieser Zeit arbeitslos und jobbte nebenbei in einer Spielhalle.

Er war einfach viel reifer und selbständiger als ich. Ich habe das bewundert und fand ihn einfach nur süß. Nach nur drei Monaten wurde ich schwanger. Ich war noch in der Ausbildung und eine Welt stürzte ein. Trotzdem trug ich das Kind aus und blieb bis zum Ende der Ausbildung bei meinen Eltern wohnen. Danach zog ich mit meinem Mann zusammen und ich kündigte die Arbeitsstelle (obwohl sie mich übernommen hätten) um mein Kind selbst zu erziehen.

Das war für mich ein Sprung ins kalte Wasser. Ich hatte keine Ahnung von Haushalt und Selbständigkeit und vermisste meine Eltern sehr. Ich lag oft abends weinend im Bett und schrieb in meiner Verzweiflung sogar anonym an eine Zeitschrift. Dort riet man mir aktiv zu werden. Ich sei nun selbst dafür verantwortlich mir und meiner Familie ein schönes und gemütliches Heim zu schaffen. Das hat mir den Anstoß gegeben.

Wenn ich das heute betrachte, habe ich wirklich eine große Entwicklung durchgemacht. Ich kann kochen, waschen, bügeln, reparieren, Papierkram erledigen, beruflich selbständig arbeiten, Kundengespräche führen, etc. Früher war das undenkbar.

Vielleicht habe ich meinen Mann sogar an Selbständigkeit "überholt". Ich muß sämtliche Reparaturen im Haus übernehmen, muß für ihn die Arzttermine machen (weil er sich nicht traut anzurufen), muss alle Amtsangelegenheiten regeln (wie auch seine Steuererklärung) und sogar riesige Spinnen aus dem Haus entfernen, obwohl ich da eine Haidenangst vor habe.

Dadurch, dass er mir alles überläßt bin ich "gewachsen". Und nun empfinde ich seine Unselbständigkeit als eine Belastung und ich ärgere mich sehr oft darüber. Denn manchmal kommt es mir vor als wenn er mir alles überläßt was ich kann, um selbst dann weniger tun zu müssen. So nach dem Motto: "Mach du mal. Du kannst das viel besser als ich."
Diesen Spruch höre ich tatsächlich von ihm. Das schreibe ich nicht nur einfach so.

Er kann weder kochen, noch bügeln, noch Putzen. Höchstens beim Abtrocknen, Müll rausbringen und Staubsaugen unterstützt er mich mal. Wenn mir mal etwas zustoßen sollte hätte er ein echtes Problem.

Fortsetzung folgt...

 

29.1.07 10:33
 

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