Mein Mann
Das Kind im Manne

Wie heißt es doch so schön? In jedem Mann steckt auch ein Kind. Und so habe ich auch manchmal der Gefühl nicht drei Kinder und ein Mann, sondern vier Kinder zu haben. So fragt mich mein Mann regelmäßig wenn wir igendwohin gehen:"Was soll ich denn anziehen? Leg mal was raus." Das tue ich aber schon lange nicht mehr, was ihn dann immer ärgerlich macht. Aber ich habe gelernt, dass er die Sachen, die ich ihm rauslege, sowieso nicht anzieht. Meist bekomme ich deswegen sogar noch Ärger. "Das kann ich doch nicht anziehen! Das ist doch viel zu kalt!" oder "Das ist doch viel zu warm! Da schwitze ich mich ja kaputt!" Daher soll er lieber sauer auf mich sein, aber sich selbst seine Pullis raussuchen. Das wird mit 49 Jahren ja wohl machbar sein.

Als die Kinder noch klein waren hat mein Mann für sein Leben gern Spielzeug gekauft. Das war dann aber nicht für die Kinder, sondern meistens für ihn. So kaufte er sich eine Carrerabahn mit Überholfunktion, ein Hoovercraft-Boot, ferngesteuerte Autos, etc.. Alles Spielzeug für Jungs, woran aber natürlich auch unseren Mädels Spaß hatten. Wie bei einem Kind auch, so verliert er aber schon nach wenigen Wochen das Interesse an diesem Spielzeug. Beispiele dafür zähle ich im nächsten Kapitel auf.

Da er in seiner Kindheit wenig Spielzeug, wenig Aufmerksamkeit und Liebe bekam, vestehe ich seinen Nachholbedarf. Seinen größten Wunsch, den er als Kind hatte, war eine Gitarre. Die hat er sich dann als Kind bzw. Jugendlicher von seinem eigenen Geld gekauft und sich das Gitarrenspiel auch selbst beigebracht. Da seine Eltern das Üben nicht mit anhören wollten, mußte er im Sommer rausgehen und im Winter im ungeheizten Schlafzimmer spielen. Das finde ich wirklich sehr herzlos. Ein eigenes Zimmer, in dem er hätte spielen könne, bekam er erst mit 15 Jahren. Aber er hat das durchgezogen und später sogar eigene Lieder geschrieben und in einer Band sowie in einem Duo gespielt. Das finde ich schon sehr bewundernswert. Leider spielt er heute so gut wie gar nicht mehr Gitarre.

Die Kindheitserlebnisse haben ihn mit Sicherheit geprägt. Dadurch versteht und verzeiht man vieles - jedoch nicht alles.

 

3.12.06 10:57
 

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